Dokumentation der Veranstaltungsanmoderation vom 1. Juni 2016: Zur Kritik Bremer Zustände: Israel-Obsessionen am Beispiel Arn Strohmeyers.

Herzlich willkommen zur zweiten Veranstaltung der Aktion Zaungast mit dem Titel: „Zur Kritik Bremer Zustände: Israel-Obsessionen am Beispiel Arn Strohmeyers.“

Wieder einmal möchten wir zur Anmoderation eine leicht gekürzte E-Mail vorlesen, diesmal wurde sie uns zugespielt. Ein gewisser Detlef Griesche, der in Bremen kein Unbekannter ist, schrieb seinen Getreuen vom Nahostforum das Folgende:

Liebe Nahost-Interessierte und Interessierte an Toleranz, Völkerverständigung und sachlich kritischem Dialog,

vielleicht hat der Eine oder die Andere schon von der oben genannten Veranstaltung am 1.6. gehört. Ich persönlich habe noch nie eine Veranstaltung der DIG besucht oder gar gestört. Meines Wissens hat auch sonst noch nie ein mir bekannter Mitstreiter Veranstaltungen der DIG o.ä. gestört. Schon gar nicht wurde jemals versucht, für Veranstaltungen, die die völkerrechtswidrige Besatzungspolitik mit all ihren tagtäglichen weltweit geächteten und bekannten Unterdrückungsmethoden der israelischen Regierungspolitik verteidigen und gutheißen, Tagungsräume zu entziehen, wie das umgekehrt inzwischen ja auch öffentlich dokumentiert seit Jahren durch die DIG-Vorsitzenden zum Teil sogar unverfroren in schriftlicher Form  geschieht an Direktorinnen und Geschäftsführer der entsprechenden Institutionen und Häuser. Aber jetzt deutet sich eine neue Qualität von Diffamierungen, Rufmordkampagnen und an Einzelpersonen orientierte Haßausbrüche an. Nachdem nach der unsäglichen Kampagne gegen Arn Strohmeyer anläßlich der zunächst abgesagten Veranstaltung in den Weserterrassen in Bremen bestens bekannte honorige Persönlichkeiten das Buch gelesen hatten, der Vorstand der Weserterrassen die Vorwürfe des Antisemitismus einstimmig zurückgewiesen hatte und die Veranstaltung vor vollem Haus ohne Probleme stattfand, nimmt die DIG sich sogar die radikalsten und übelsten Vertreter der sogenannten Antideutschen (kann man googlen bei Interesse) zu Hilfe und kündigt eine Veranstaltung an mit dem Titel: „Zur Kritik Bremer Zustände – Israel Obsessionen am Beispiel von Arn Strohmeyer“. Nachdem sich mein ungläubiges Staunen gelegt hatte, habe ich recherchiert, was man unter „Obsession“ verstehen kann, damit ich keine haltlosen Vorwürfe in die Welt setze. Die Hauptbedeutungen, die hier infrage kommen sind: „Eine Obsession ist bildungssprachlich eine mit Besessenheit verfolgte Leidenschaft oder Fixierung auf ein bestimmtes Thema. Im psychologischen Sinne sind Obsessionen Zwangsvorstellungen, also Gedanken, zwanghafte Ideen oder auch Gefühle,von denen jemand ohne eigenes Zutun immer wieder heimgesucht wird und die oft als beängstigend empfunden werden.“

 Da, wie man weiß, Strohmeyer keineswegs auf ein Thema fixiert ist, sondern auch Reisebücher schreibt und Faschismusspuren in der Region Bremen aufgearbeitet hat, können die Veranstalter wohl nur die psychologische Deutungs-Variante meinen! Ein ungeheurerer Vorwurf, den es vergleichbar aus meiner Sicht bislang so noch nicht in Bremen gegeben hat! Bremen als Stadt wird erneut diffamiert und eine Einzelperson zielgerichtet öffentlich verunglimpft. Leider kein absurdes Theater, sondern bittere unglaubliche Realität eines verborrten Dogmatismus von Leuten, die ansonsten stets in das Horn der Völkerverständigung, der Toleranz und des offenen Diskurses blasen . Hier haben wir es nicht nur mit den Methoden des inzwischen bundesweit bekannten sog. Korrespondenten der Jerusalem Post aus Berlin zu tun, der sich als am Rande der Legalität bewegende Antisemitismuskeulenschwinger überall denunziatorisch betätigt, wo israelkritische Veranstaltungen geplant sind – immer nach der gleichen Methode Vorwurf  mit dem absurden Höhepunkt „Bremen sei eine Hochburg des Antisemitismus“ , sondern mit einer zusätzlichen neuen „Qualität“ des verbalen Totschlags ad personam! Wer zu dieser Veranstaltung gehen möchte, sollte sich nicht provozieren lassen oder gar selbst provokativ auftreten, denn Aussagen werden, wie man inzwischen hinlänglich weiß, verfälscht überregional  weitergegeben und bieten lediglich neues perfides Material für diese die Realität in Israel ausblendenden „Freunde Israels“

Es scheint mir an der Zeit, dass verantwortliche Politiker und Rechtsinstitutionen in Bremen sich diese Methoden, die man eigentlich nur aus totalitären Systemen kennt, anschauen und hinterfragen,  anstatt sich hinter der sog. „political correctness“ und die von der Kanzlerin ausgerufene „Staatsraison“ in Bezug auf Israel zurück zu ziehen.  Nicht nur andere europäische Staaten, sondern neuerdings auch überregionale Medien wie der Spiegel und selbst die Fernsehsender (Arte 17.5. z.B.und ttt) senden inzwischen ungeschminckte Berichte über die Apartheidstendenzen und die schleichende „ethnische Säuberung“ und „Entarabisierung“, wenn auch meist spät am Tage! Wer sehen will was passiert, kann das alles sehen – ein Vorteil auch unserer neuen Medienwelt des Internet!

Mit besten Grüssen

Detlef

Man sieht: die Kritik an deutschen, wie Ulrich Sonnemann sagte: „unbegrenzten Zumutbarkeiten“, die sich längst nicht nur auf Deutschland beschränken, ist aktuell.

Der allgegenwärtige Antizionismus, der die Juden dem palästinensischen Mord- und Unterdrückungskollektiv schutzlos ausliefern möchte, ist offensichtlichster Beweis dieser Zumutungen. Dabei ist es egal, ob dies in einem offenen Bündnis mit dem arabischen Vernichtungsantisemitismus geschieht oder im Geiste an die islamische ‚Fremdkultur‘ delegiert wird, der man die Potenz zum ehrenhaften Zwangskollektiv heimlich neidet.

Doch nicht nur dort, wo man sich explizit mit Israel beschäftigt, wird das gefahrlose Leben für Juden erschwert. In den Fokus der Kritik muss überhaupt die kritikfeindliche Tendenz zum Positiven rücken, die allein durch ihre falsch dialogorientierten Grundannahmen gar nicht anders kann, als den vernichtungsantisemitischen Wahn als eine Lebensraumfrage in den Kategorien von Blut und Boden zu rationalisieren.

Es ist überhaupt die verdorbene postnazistische Moral, die aus ihrer vorgeblichen Läuterung und ihrem Reinewerden mit der deutschen Geschichte Störenfriede, die das harmonistische Bedürfnis bedrohen, unschädlich, das heißt in den harmloseren Fällen: aus dem sogenannten ‚Diskurs‘ ausgeschlossen wissen will.

Gerne beruft man sich dabei auf so etwas wie ‚konstruktive Kritik‘, was ja schon ein Widerspruch in sich ist, zumal, wenn es um wahnhafte Zwangsvorstellungen geht.

Der Form nach äußert sich dieses falsche Harmoniebedürfnis meist dadurch, dass niemand über irgendjemandes Kopf hinwegreden darf. Dabei tut man selbst nichts anderes, wenn man mit den üblichen haltlosen Unterstellungen und Lügen, die man als Meinung tarnt und mit allerhand Befindlichkeiten auflädt, um sich wirft. Der Meinungspluralismus, der so etwas wie Wahrheit nicht kennen möchte, kommt nicht ohne Feindbestimmung aus.

Ein Beispiel:

Auf unserer letzten Veranstaltung meldete sich ein Mitglied einer evangelischen Gemeinde zu Wort, der bekundete, sich in der Nahost-Debatte zwar grundsätzlich sehr gerne beide Seiten anzuhören, bei Tilman Tarach aber festlegte: „so einen wie Sie brauchen wir hier nicht.“, sagte er.

Wir haben es uns darauf nicht nehmen lassen, dieser schollenmentalen Einlassung eines Diskurs-Salafisten, der den Saubermann gibt, die Hoffnung beizugesellen, dass die nächsten Diskussionsbeiträge qualitativ besser sein mögen. Es kann kaum wundern, dass so etwas im Kreis von Freunden der niederträchtigen Ja-Aber-Moral, wie sie im postnazistischen Meinungspluralismus so gängig ist, ein halber Skandal ist. War das nicht intolerant, fast schon eine Beschimpfung, war es nicht einer unparteiischen Moderation unangemessen?

Ein zweites Beispiel:

Die aus unserer Sicht noch harmlosen Punkte, die Tilman Tarach über den Islam und den sogenannten palästinensischen Befreiungskampf ausführte, gingen nicht nur besagtem Protestanten zu weit. Auch das „kukoon“, wo unsere letzte Veranstaltung stattfand, hat eine Kooperation dieses Mal abgelehnt. Auch hier möchten wir kurz aus einer Nachricht zitieren:

Inhaltlich hatten wir noch eine längere Diskussion im Plenum, da wir uns nicht auf die israelische bzw. palästinensische Seite stellen wollen/können und nicht ein politisches Statement dazu setzen möchten. Eine weitere Veranstaltung zu dem Thema und dann mit Hermann Kuhn finde ich positioniert uns als Laden, obwohl es auch bei uns im Kollektiv eine strittige Frage ist! Ich persönlich fand den Vortrag von Tilman Tarach ziemlich plakativ, was nach meiner Vorstellung nicht zu einem konstruktiven Diskurs auf der Suche nach einer Lösung beiträgt. Aber das ist auch nur meine eigene Einschätzung, wobei ich nicht für das ganze Kollektiv sprechen kann! Grundsätzlich können wir also bei einer weiteren Veranstaltungsanfrage eurerseits uns zusammensetzen und schauen ob wir d’accord mit Thema und Beitragsrednern im Sinne der Ausgewogenheit sind.“

Es bleibt also festzuhalten: Für die Solidarität mit dem israelischen Existenzkampf, für Kritik am Antisemitismus und am Islam sind Freunde und Freundinnen der Ausgewogenheit nicht zu haben.

Wer das Problem beim Namen nennt, der macht sich unbeliebt. Wir wollen uns davon aber nicht beirren lassen und Ihnen heute die Israel-Obsessionen eines gewissen Arn Strohmeyers vorführen, wozu wir als Gastreferenten Hermann Kuhn von der hiesigen Deutsch-Israelischen Gesellschaft eingeladen haben.

Martin Stobbe, befreundeter Genosse und Autor der ideologiekritischen Zeitschrift Bahamas, wird dies ergänzen durch theoretische Betrachtungen zum Antizionismus, der überall und zwingend Antisemitismus ist. Vielen Dank Ihnen und Dir für eure Bereitschaft dem allgemeinen Wahn etwas entgegenzusetzen!

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